Medien / Materialien  

   

Neue Rezension  

Cover: Julian SchmidtHier eingestellt:
die Rezension von Bernt Ture von zur Mühlen zum neuen Buch von Norbert Otto:

"Julian Schmidt. Eine Spurensuche"

   

Aktuelle Biographie  

9783835318908 200Zum Jubliläumsjahr erschienen:
"Gustav Freytag"
Eine Biographie
Bernt Ture von zur Mühlen
zur Rezension hier klicken -

   

Wichtiger Hinweis

Wegen Wartungs- und Umbauarbeiten an der Software kann es derzeit zu Störungen und Ausfällen kommen. Wir bitten um Verständnis und Nachsicht.

   

Bewertung: 5 / 5

Stern aktivStern aktivStern aktivStern aktivStern aktiv
 

Schluß

 

Dieses Buch schließt in bescheidenem Rahmen Lebensäußerungen deutscher Menschen aus zwei Jahrtausenden ein, von der Zeit, wo das Bandum am Speer des deutschen Häuptlings flog, bis zur dreifarbien Flagge eines deutschen Staates; von der Wagenburg der Kimberer, in welcher die Frauen ihr Beschwörungslied über den Wunden der Krieger sangen, bis zu den Lazarethen, in denen unsere Frauen die Vewundeten pflegten; von der Zeit, wo der Teutone die Kunst eines römischen Genrebildes verächtlich fand, bis zu den Jahren, in denen die Völker Europas die werthvollen Erzeugnisse ihrer Kunst und Gewerbthätigkeit in großen Palästen vereinigen.

 

Es ist das Recht der Lebenden, alle Vergangenheit nach dem Bedürfniß und den Forderungen ihrer eigenen Zeit zu bedeuten. Denn das Ungeheure und Unerforschliche des geschichtlichen Lebens wird uns nur dann erträglich, wenn wir einen Verlauf darin erkennen, der unserer Vernunft und der Sehnsucht unseres Herzens entspricht, in gehäufter Zerstörung einen unendlichen Quell neuen Lebens, aus dem Vergehenden das Werdende. Darum liebt ein Volk, welches sich seiner Gegenwart freut, auch der vergangenen Zeit zu gedenken, weil es in ihr die geworfene Saat seines blühenden Halmenfeldes erkennt, und darum schwankt unsicher der Geschichtsschreiber eines Volkes, dem seine Gegenwart verkümmert ist, denn Liebe und Haß sind ihm zufällig, und sein Urtheil über den Werth des Geschehenen bleibt in vielen Fällen willkürlich. Darum hat auch jede Zeit ihr eigenes Urtheil über die Vergangenheit, in Vielem größere Hoheit und Sicherheit, und darum hat jede Zeit Recht und Pflicht, die Geschichte vergangener Perioden neu zu schreiben nach ihrem Bedürfniß.

Wir meinen, für den Deutschen ist jetzt die Zeit gekommen, wo seine Seele über die Vergangenheit des eigenen Volkes dahinfliegen darf, wie die Lerche am Frühlingsmorgen über den dämmerigen Grund. Frohlockend fühlen wir, daß wir etwas werden, wir begreifen jetzt, wie wir geworden sind, und wir vermögen in den zweitausend Jahren unseres geschichtlichen Lebens eine Weisheit und Vernunft zu ahnen, deren Walten uns glücklich macht.

Möge auch dieses Buch ein wenig dazu helfen, daß uns Kampf und Verlust unserer Ahnen verständlich werde, Kampf und Sieg der Gegenwart aber groß und glückverheißend.

 

[Ende der "Bilder aus der Deutschen Vergangenheit"]

   

Kurz-Biographie

Gustav Freytag wurde am 13. Juli 1816 in Kreuzburg (Schlesien) geboren. Sein Vater Gottlob Ferdinand war Arzt, seine Mutter Henriette Albertine eine geborene Lehe. Mit Unterbrechung war Gottlob Ferdinand Bürgermeister von Kreuzburg. Freytag studierte bei Hoffmann von Fallersleben und Karl Lachmann. Da er aus politischen Gründen keine Professorenstelle bekam, wurde er zunächst als Privatdozent in Breslau tätig. Ab 1848 gab er gemeinsam mit Julian Schmidt die nationalliberale Zeitschrift „Die Grenzboten“ heraus. Seine Artikel brachten ihm u. a., daß er von Preußen steckbrieflich gesucht wurde. Er ließ sich schließlich in Siebleben bei Gotha nieder, wo ihm später von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha der Hofratstitel verliehen wurde.

Weiterlesen ...
   

Kurz-Biographie

Gustav Freytag wurde am 13. Juli 1816 in Kreuzburg (Schlesien) geboren. Sein Vater Gottlob Ferdinand war Arzt, seine Mutter Henriette Albertine eine geborene Lehe. Mit Unterbrechung war Gottlob Ferdinand Bürgermeister von Kreuzburg. Freytag studierte bei Hoffmann von Fallersleben und Karl Lachmann. Da er aus politischen Gründen keine Professorenstelle bekam, wurde er zunächst als Privatdozent in Breslau tätig. Ab 1848 gab er gemeinsam mit Julian Schmidt die nationalliberale Zeitschrift „Die Grenzboten“ heraus. Seine Artikel brachten ihm u. a., daß er von Preußen steckbrieflich gesucht wurde. Er ließ sich schließlich in Siebleben bei Gotha nieder, wo ihm später von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha der Hofratstitel verliehen wurde.

Weiterlesen ...
   

Die Ahnen - Übersicht über den Romanzyklus

Der Romanzyklus "Die Ahnen" besteht aus sechs Bänden.
Diese sind IKH Kronprinzessin Victoria (Victoria von Großbritannien und Irland, 1840–1901) gewidmet.

Weiterlesen ...
   

Über den Antisemitismus. Eine Pfingstbetrachtung

Ueber den Antisemitismus. Eine Pfingstbetrachtung

 

Der feierliche Glockenton des Pfingstfestes schallt durch ein Luftmeer, welches mit Sonnenstrahlen und Blüthenduft erfüllt ist. Jetzt klingt und singt, was die Menschen fröhlich macht, die Seelen aus winterlichem Bangen und öder Beschränkung erlöst. Mit tausend Reizen lockt die Pracht der Natur hinaus in die blaue Ferne. Und der eherne Ton der Glocken mahnt, daß das bedrängte Herz der Reise gedenke, denn das hohe Kirchenfest ist nicht durch Zufall zugleich ein Fest des Wonnemonds.

Weiterlesen ...
   

Die Handschriften von Arborea

In den letzten Jahrzehnten kam zu Oristano auf der Insel Sardinien eine größere Anzahl Handschriften und Brieffragmente auf Pergament und Papier zum Vorschein, deren Inhalt die größte Bedeutung für Geschichte und Alterthümer der Insel beanspruchte. Die Documente waren ihrem Inhalte nach aus fast jedem Jahrhundert unserer Zeitrechnung, vom achten bis sechzehnten, darunter auch ein Palimpsest; sie enthielten eine Fülle von Thatsachen über die Geschichte und die Zustände der Insel Sardinien durch das ganze Mittelalter, die ältesten Proben italienischer Sprache in Vers und Prosa, Lebensgeschichten berühmter Sarden u.s. w.; sie erschienen als Bestandtheile einer Sammlung, welche beim Erwachen der Humanitätsstudien ein literarisch gebildeter Sarde angelegt hatte. Im Jahre 1846 wurde das erste dieser Documente, 1863 die ganze Sammlung unter dem Titel: Pergame, codici e fogli cartacei di Arborea von Pietro Martini in stattlichem Werke herausgegeben. Die Sache machte großes Aufsehen, zumeist in Italien, die Bereicherung unseres Wissens war plötzlich und auffallend, die ganze Culturgeschichte des italienischen Mittelalters erhielt ein verändertes Aussehn.

Weiterlesen ...