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Cover: KonstellationenNeu in meiner Bibliothek:
"Gustav Freytag - Konstellationen des Realismus"
von Philipp Böttcher


Hier die Rezension dazu

   

Aktuelle Rezension  

Cover: Julian SchmidtHier eingestellt:
die Rezension von Bernt Ture von zur Mühlen zum neuen Buch von Norbert Otto:

"Julian Schmidt. Eine Spurensuche"

   

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Cover: Julian Schmidt. Eine SpurensucheZum Inhalt (Verlagsangabe)

Julian Schmidt (1818–1886) war einer der bekanntesten und einflussreichsten Literaturkritiker und -historiker des 19. Jahrhunderts. Sein Name ist eng verknüpft mit der Zeitschrift "Die Grenzboten", welche er gemeinsam mit Gustav Freytag seit 1848 herausgab. Julian Schmidt gilt als Begründer der Programmatik des "Bürgerlichen Realismus", der bedeutendsten literarischen Strömung der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.
In den letzten Jahrzehnten ist Julian Schmidt zu Unrecht in Vergessenheit geraten. In der vorliegenden Monographie wird erstmalig sein Lebensweg nachgezeichnet. Im Vordergrund stehen Schmidts menschliche und literarische Entwicklung vor dem Hintergrund der Zeitereignisse sowie seine persönlichen Beziehungen zu bekannten Zeitgenossen, wie z. B. Arnold Ruge, Herman Grimm, Heinrich von Treitschke, Theodor Mommsen, Wilhelm Dilthey oder Fritz Reuter. Hierzu wurden bisher unveröffentlichte Dokumente sowie die umfangreiche Korrespondenz erschlossen, welche sich in der Staatsbibliothek Berlin sowie im Goethe-Schiller-Archiv in Weimar befinden.
Hoch geschätzt, aber auch oft angefeindet (etwa von Ferdinand Lassalle), stand Schmidt mehr als 30 Jahre lang im Licht der Öffentlichkeit. Norbert Ottos biographische „Spurensuche“, die anlässlich von Schmidts 200. Geburtstag erscheint, wird das Interesse an Werk und Person eines bedeutenden Literaten zweifellos neu beleben.

 

Rezension von Bernt Ture von zur Mühlen

Der Publizist und Literaturkritiker Julian Schmidt (1818 - 1886) gehört heute zu den fast Vergessenen. Zu seinen Lebzeiten war er einer der einflussreichsten Publizisten und Literaturkritiker in Deutschland. Gemeinsam mit Gustav Freytag gab er ab 1848 in Leipzig die Zeitschrift ,Die Grenzboten´ heraus, in der er sich vehement für einen Epochenwechsel in der deutschen Literatur aussprach. Nach wie vor gilt er in der Germanistik als einer der Begründer des Bürgerlichen Realismus, der wichtigsten literarischen Strömung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts.

Norbert Ottos Biographie ist der erste Versuch einer vollständigen Darstellung von Jullian Schmidts Leben und Wirken. Der Verfasser konnte auf einige erstaunliche Entdeckungen zurückgreifen. Der Forschung war bisher so gut wie unbekannt, dass große Teile des Nachlasses von Julian Schmidt in der Staatsbibliothek Berlin und im Goethe-Schiller-Archiv in Weimar lagern. Norbert Otto konnte bisher unveröffentlichte Dokumente sowie die umfangreiche Korrespondenz Julian Schmidts mit so bekannten Zeitgenossen wie Arnold Ruge, Fritz Reuter, Hermann Grimm, Theodor Mommsen, Heinrich von Treitschke und natürlich Gustav Freytag auswerten. Das Resultat ist eine überaus kenntnisreiche und lebendig geschriebene Lebensgeschichte.

Geboren 1818 in Marienwerder, Besuch des Gymnasiums, ab 1836 Studium in Königsberg, Promotion und Oberlehrerprüfung im Jahr 1840 in Berlin, bis 1847 Tätigkeit als Gymnasiallehrer in Berlin, dann schließt sich Julian Schmidt dem Kreis um Arnold Ruge an, läßt sich beurlauben und wird in Leipzig "Tagesschrifststeller" und Mitarbeiter der Zeitschrift ,Die Grenzboten´. Mitten in den Revolutionswirren im Jahr 1848 erwirbt Gustav Freytag die Hälfte der Eigentumsanteile an den ,Grenzboten´, nachdem Julian Schmidt eine Teilhaberschaft zugesagt hatte. In den nächsten Jahren erschienen nicht nur die bedeutenden Literaturgeschichten Julian Schmidts, in zahlreichen literaturkritischen Aufsätzen in den ,Grenzboten´ entwickelte er die Grundlagen des ,Bürgerlichen Realismus´. Als ihm Gustav Freytag das Manuskript seines ersten großen Romans ,Soll und Haben´ schickt, äußert sich Julan Schmidt begeistert: "Der Roman soll das deutsche Volk da suchen, wo es in seiner Tätigkeit zu finden ist, nämlich in seiner Arbeit." Gustav Freytag hat diesen Jubelruf seinem Roman als Motto vorangestellt, bis heute finden sich diese Worte auf dem Titelblatt aller Ausgaben des 1855 erstmalig erschienenen Romans.

Im Jahr 1861 verließ Julian Schmidt ,Die Grenzboten´ und siedelte mit seiner jungen Frau, die er 1856 geheiratet hatte, nach Berlin über, wo er die Redaktion der ,Berliner Allgemeinen Zeitung´(BAZ) übernahm. In der preußischen Hauptstadt lernte er neue Freunde kennen, Theodor Mommsen, Heinrich von Treitschke und Fritz Reuter. Nach nur einjähriger Arbeit als Leiter der BAZ stellte diese ihr Erscheinen ein.

In den folgenden Jahren arbeitete Julian Schmidt als freier Publizist und Literaturkritiker, er veröffentlichte umfangreiche Darstellungen der deutschen, französischen und englischen Literatur und auch politische Schriften, in denen er die Schaffung eines Verfassungsstaates unter Einbeziehung des liberalen Bürgertums forderte. In den Fokus öffentlicher Kritik geriet er, als der ,Kladderadatsch´ gegen ihn polemisierte und Ferdinand Lassalle ein Pamphlet gegen ihn herausbrachte.

Mit viel Feingefühl hat Norbert Otto die Freundschaft Julian Schmidts mit der Schriftstellerin Claire von Glümer und deren schriftstellernden Freundinnen nachgezeichnet. Deren Bücher sind Dokumente eines Kampfes um die Gleichberechtigung der Frauen. Zu jener Zeit wurden die Bücher dieser Frauen viel gelesen. Zum Teil hatten die Autorinnen sich ein männliches Pseudonym zulegen müssen, um überhaupt veröffentlichen zu können.

Die große Wertschätzung, die Julian Schmidt zu Lebzeiten genossen hat, beweisen die Ehrbezeugungen an seinem 60. Geburtstag. Der preußische König bewilligte ihm ein jährliches Ehrengehalt, Seine Majestät erschien sogar zum persönlichen Gratulieren. Und Reichkanzler Bismarck sandte ein Glückwunschschreiben. Nach einem arbeitsreichen und erfüllten Leben starb Julian Schmidt im Jahr 1886.

Der traditionsreiche Olms Verlag hat für eine klug lektorierte und mit zahlreichen Abbildungen ausgestattete Ausgabe dieser ,Spurensuche´ gesorgt, die das Interesse an Leben und Werk dieses bedeutenden Literaten neu beleben sollte.

 

Bernt Ture von zur Mühlen

 

 

Bibliographische Angaben

252 Seiten, 24 Abbildungen, gebunden
Georg Olms Verlag, Hildesheim-Zürich-New York 2018, ISBN 9783487086170

   

Kurz-Biographie

Gustav Freytag wurde am 13. Juli 1816 in Kreuzburg (Schlesien) geboren. Sein Vater Gottlob Ferdinand war Arzt, seine Mutter Henriette Albertine eine geborene Lehe. Mit Unterbrechung war Gottlob Ferdinand Bürgermeister von Kreuzburg. Freytag studierte bei Hoffmann von Fallersleben und Karl Lachmann. Da er aus politischen Gründen keine Professorenstelle bekam, wurde er zunächst als Privatdozent in Breslau tätig. Ab 1848 gab er gemeinsam mit Julian Schmidt die nationalliberale Zeitschrift „Die Grenzboten“ heraus. Seine Artikel brachten ihm u. a., daß er von Preußen steckbrieflich gesucht wurde. Er ließ sich schließlich in Siebleben bei Gotha nieder, wo ihm später von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha der Hofratstitel verliehen wurde.

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Kurz-Biographie

Gustav Freytag wurde am 13. Juli 1816 in Kreuzburg (Schlesien) geboren. Sein Vater Gottlob Ferdinand war Arzt, seine Mutter Henriette Albertine eine geborene Lehe. Mit Unterbrechung war Gottlob Ferdinand Bürgermeister von Kreuzburg. Freytag studierte bei Hoffmann von Fallersleben und Karl Lachmann. Da er aus politischen Gründen keine Professorenstelle bekam, wurde er zunächst als Privatdozent in Breslau tätig. Ab 1848 gab er gemeinsam mit Julian Schmidt die nationalliberale Zeitschrift „Die Grenzboten“ heraus. Seine Artikel brachten ihm u. a., daß er von Preußen steckbrieflich gesucht wurde. Er ließ sich schließlich in Siebleben bei Gotha nieder, wo ihm später von Herzog Ernst II. von Sachsen-Coburg und Gotha der Hofratstitel verliehen wurde.

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Die Ahnen 1: Ingo und Ingraban

Frei hat Gott die Menschen geschaffen, damit diese sich selbst ihr Schicksal bereiten. (Ingraban, Seite 251)

Cover: Gustav Freytag AusgabeZum Inhalt

Ingo
Im Jahre 357 gelangt der Königssohn der Vandalen nach einer Schlacht mit den Römern, denen er die Fahne entrissen hat, zu den Thüringen. Dort findet er zunächst gastliche Aufnahme, die auch auf seine später hinzukommenden Gefährten gilt. Als er sich jedoch in die Tochter des Fürsten verliebt und diese sich ihm zuwendet, zieht Unheil am Himmel auf, denn die Eltern sind gegen diese Verbindung. Und dann senden die Römer ihre Boten und fordern Ingos Kopf.

Ingraban
Die Zeiten haben sich seit Ingos Tagen geändert. Im Jahre 724 geleitet sein Nachfahre Ingraban einen ihm seltsam scheinenden Fremden und dessen Begleiter in seine thüringische Heimat. Dieser kommt, um für seinen Gott zu werben. Es ist Winfried, vom Papst zum Bischof geweiht, der die Lande für das Christentum erobern will. Es ist die Zeit, da der alte mit dem neuen Glauben ringt, da die Franken ihre Macht ausdehnen und sich vieles zu ändern beginnt. So bleibt es nicht aus, daß Ingraban zwischen die Fronten gerät.

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Die Handschriften von Arborea

In den letzten Jahrzehnten kam zu Oristano auf der Insel Sardinien eine größere Anzahl Handschriften und Brieffragmente auf Pergament und Papier zum Vorschein, deren Inhalt die größte Bedeutung für Geschichte und Alterthümer der Insel beanspruchte. Die Documente waren ihrem Inhalte nach aus fast jedem Jahrhundert unserer Zeitrechnung, vom achten bis sechzehnten, darunter auch ein Palimpsest; sie enthielten eine Fülle von Thatsachen über die Geschichte und die Zustände der Insel Sardinien durch das ganze Mittelalter, die ältesten Proben italienischer Sprache in Vers und Prosa, Lebensgeschichten berühmter Sarden u.s. w.; sie erschienen als Bestandtheile einer Sammlung, welche beim Erwachen der Humanitätsstudien ein literarisch gebildeter Sarde angelegt hatte. Im Jahre 1846 wurde das erste dieser Documente, 1863 die ganze Sammlung unter dem Titel: Pergame, codici e fogli cartacei di Arborea von Pietro Martini in stattlichem Werke herausgegeben. Die Sache machte großes Aufsehen, zumeist in Italien, die Bereicherung unseres Wissens war plötzlich und auffallend, die ganze Culturgeschichte des italienischen Mittelalters erhielt ein verändertes Aussehn.

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Gustav Feytags Werke (Gutenberg Verlag)

Verzeichnis der Bände der Ausgabe "Gustav Freytags Werke", die 1927/1928 im Gutenberg-Verlag, Hamburg, erschienen ist. Die Ausgabe umfaßt 24 Bände in 12 Büchern. (Quelle: meine eigene Ausgabe)

Cover: Gustav Freytags Werke - Gutenberg Verlag

 

Gutenberg Verlag, Hambug, 1927-1928

 

 

 

 

 

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